Assistenzärztin/Assistenzarzt in einer Rehaklinik?

Warum eine Arztausbildung in einer Rehaklinik sinnvoll sein kann

Sollte man seine Facharztausbildung in einer Akut- oder einer Rehaklinik starten? Welche Kenntnisse erlangt man als Assistenzärztin/Assistenzarzt in einer Rehaklinik? Welche Karrieremöglichkeiten bieten Rehakliniken für junge Ärztinnen und Ärzte?

Facharztausbildung in einer Akut- oder Rehaklinik?

In Akutkliniken geht es primär darum, sehr akute Beschwerden bzw. Verletzungen zu behandeln. Eine schnelle Diagnostik und operative Eingriffe prägen den Tagesablauf – einschließlich langer Schichtdienste. Je nach Spezialisierung des Akutkrankenhauses beschränkt sich die Behandlung dabei auf bestimmte Krankheitsbilder. 

Demgegenüber erfolgen in Rehakliniken keine operativen Eingriffe. Das Hauptaugenmerk liegt darauf, Patientinnen und Patienten dazu zu verhelfen, dass diese wieder ein weitgehend selbstbestimmtes Leben führen können. Die Patientinnen und Patienten einer Rehaklinik – auch Rehabilitandinnen und Rehabilitanden genannt – haben beim Start der Reha entweder erst wenige Tage zuvor einen oder mehrere operative Eingriffe gehabt oder sie leiden an Beschwerden, die massiven Einfluss auf ihre Lebensqualität und/oder die Ausübung ihres Berufes haben. Daher braucht es auch in Rehakliniken eine sehr gute fachspezifische Diagnostik, damit Sie als Ärztin und Arzt den bestmöglichen Therapieansatz bestimmen können. Die Rehakliniken verfügen deshalb über eine entsprechende moderne Ausstattung. Selbstverständlich werden Sie ebenfalls darin ausgebildet, wie bei Notfällen zu reagieren ist. Denn nicht zuletzt durch die immer kürzer werdenden Liegezeiten in Akutkrankenhäusern wächst auch in den Rehakliniken das Potenzial möglicher Notfälle, auf die man vorbereitet sein muss. 

Vielfalt an Krankheitsbildern in Rehakliniken

Die Bandbreite an Krankheitsbildern in Rehakliniken ist sehr vielfältig. Als Assistenzärztin und Assistenzarzt haben Sie so die Gelegenheit, ein breites Spektrum an Indikationen in dem jeweiligen Fachbereich kennenzulernen. 

Längere Behandlungsdauer schafft Erfahrungswerte

Die Behandlungsdauer in einer Rehaklinik ist gegenüber einer Akutklinik in der Regel länger und erstreckt sich nicht selten über mehrere Wochen. Der Vorteil für Sie als angehende Fachärztin bzw. angehender Facharzt ist, dass Sie genau beobachten können, inwieweit das gewählte Therapiekonzept Wirkung zeigt bzw. welche Methoden bei welchen Indikationen erfolgversprechend und positiv verlaufen. Mit einer längeren Behandlungsdauer geht zudem einher, dass Sie mehr Zeit für Gespräche mit den Patientinnen und Patienten haben als in einer Akutklinik. So erhalten Sie alle Informationen für die optimale individuelle Therapie und auch die Menschlichkeit bleibt nicht auf der Strecke. 

Echte Teamarbeit durch ganzheitliche Behandlungsansätze

Rehabilitation bedeutet, alle Bereiche zu betrachten, die Einfluss auf das Behandlungsziel und den Heilungserfolg haben. Dazu gehören die psychische und physische Verfassung, aber auch das soziale Umfeld usw. Daher ist in den Rehakliniken Teamarbeit essenziell. Zusammen mit den Ärztinnen und Ärzten aus den verschiedenen Fachbereichen, den Therapeuten, Ernährungsberaterinnen und -beratern, Sozialarbeiterinnen und -arbeitern sowie dem Pflegepersonal erfolgt eine Art 360°-Sicht auf den Patienten. 

Beispielsweise erfahren Sie vom Pflegepersonal und den Therapeuten, ob eine Rehabilitandin oder ein Rehabilitand im Klinik-Alltag die gewünschten Fortschritte macht, welche psychischen Probleme dem Behandlungserfolg möglicherweise entgegenstehen und wie diese gelöst werden können oder auch, welche beruflichen Alternativen eventuell eruiert werden müssen usw.

Eine derart intensive Auseinandersetzung mit dem Menschen und seinem Krankheitsbild erlaubt Ihnen, als Assistenzärztin und Assistenzarzt wertvolles und umfassendes Know-how für die spätere Tätigkeit als Fachärztin und Facharzt zu erlangen.

Karrieremöglichkeiten nach einer Facharztausbildung in einer Rehaklinik

Der intensive und ganzheitliche Behandlungsansatz in der Rehabilitationsmedizin ermöglicht eine optimale Behandlung beispielsweise in einer Praxis – ob als Allgemeinmedizinerin oder -mediziner, als praktische Ärztin oder praktischer Arzt, als spezialisierte Ärztin oder spezialisierter Arzt der Inneren Medizin, als Orthopädin oder Orthopäde, als Ärztin oder Arzt in der Psychosomatik usw. Gleichzeitig gibt es attraktive Positionen und Karriere-Perspektiven in den Rehakliniken selbst – bis hin zum Ärztlichen Direktor/Direktorin bzw. Chefarzt/Chefärztin. In den Rehakliniken der Deutschen Rentenversicherung wird zudem die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben großgeschrieben.

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