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Projektstart „MeineReha“

Seit dem 05.10.16 läuft in der Aggertalklinik in Engelskirchen eine Machbarkeitsstudie zur telemedizinischen Versorgung bei chronischen unteren Rückenbeschwerden. Das Ziel dieser Studie ist die Entwicklung und Überprüfung der Anwendung „MeineReha“ innerhalb einer Rehabilitationseinrichtung.

Das Projekt startete zum 01.10.2015 mit einer Konzeptionsphase, welche Übungen für ein sensorbasiertes, assistives Training gemäß den bestehenden Leitlinien umsetzbar sind. Entwickelt wurden Übungen für die Indikation Rückenschmerz und koronare Herzkrankheit, die sowohl Ausdauer, Stabilisation, Kräftigung, Koordination und Beweglichkeit fördern. Die Übungsaufgaben orientieren sich an den Ausarbeitungen von Aluko et al. (2013) und Moon et al. (2013) zu Übungen bei chronischen unteren Rückenbeschwerden.

Entwickelt wurde das Produkt vom Fraunhoferinstitut FOKUS. Dieses wird auch die weitere technische Betreuung übernehmen. Weitere Projektpartner sind die Klinik Roderbirken, das Institut für Gesundheitsökonomie und Epidemiologie der Universität zu Köln (IGKE) und Refonet.

„Für die Klinik Roderbirken und die Aggertalklinik haben wir einen neuen Systemaufbau von MeineReha® umgesetzt, sodass unser häusliches TV-basiertes System und das mobile Smartphone-basierte System erstmals integriert in einer Klinik genutzt werden können. Auf Wunsch der beteiligten Ärzte und Therapeuten ist es nun auch möglich Video- und Sensordaten zu den jeweiligen Übungen aufzuzeichnen und an das betreuende medizinische Personal zu senden. Interessant ist für uns nun zu sehen, wie das System von Patienten, Ärzten und Therapeuten angenommen wird.“ äußert sich Dr. Michael John, Gesamtprojektleiter von MeineReha®.

Auf Basis der MeineReha-Plattform wurden 20 Übungen entwickelt, die für Patientinnen und Patienten die Möglichkeiten der rehabilitativen Nachsorge vergrößern sollen.

Zu diesem Zweck wird überprüft, welche Vorraussetzungen für weitere Anwendungen geschaffen werden müssen. (John et al., 2015)

1. Wie beurteilen Physiotherapeutinnen, -therapeuten und Patientinnen und Patienten das Therapieangebot.(Akzeptanz)
2. Kann die Belastungsintensität durch den Therapeuten angelegt und gesteuert werden? (Machbarkeit)
3. Kann die Motivation der Patientinnen und Patienten regelmäßig zu trainieren durch das neue Therapieangebot erhöht werden? (Motivation)

Das Projekt hat eine Gesamtlaufzeit von 7 Monaten, bis Ende Mai sollen Patientinnen und Patienten der Aggertalklinik, die sich bereit erklärt haben an der Studie teilzunehmen, ein 2- wöchiges Übungsprogramm absolvieren. Dazu werden neu angereiste Patientinnen und Patienten mit chronischen unteren Rückenbeschwerden zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, über das laufende Projekt informiert und aus den Interessenten dann die Teilnehmer rekrutiert. Des Weiteren werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über den Ablauf der Studie und die Ein- und Ausschlusskriterien informiert. Im weiteren Verlauf erhält jeder Proband eine Einweisung in das Computersystem und wird von einem Physiotherapeuten in seinen Trainingsplan eingewiesen. Der Übungsplan umfasst 4-5 Übungen, mit einem Zeitaufwand von durchschnittlich 20 Minuten pro Training. In den folgenden 2 Wochen werden die Studienteilnehmerinnen und –teilnehmer in mind. 5 Therapieeinheiten eigenständig trainieren. Ein weiterer Monitoringtermin unter Aufsicht eines Physiotherapeuten wird sicherstellen, dass die Übungen korrekt durchgeführt und vom Gerät erkannt werden.  

Die Erfahrungen der Patientinnen und Patienten werden mittels Fragebogen und eines leitfadenorientierten, fokussierten Gruppeninterviews ermittelt und durch das IGKE ausgewertet.

Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie werden etwa Ende Juni vollständig vorliegen.

Literatur:

Aluko, A., DeSouza, L., & Peacock, J. (2013). The effect of core stability exercises on variations in acceleration of trunk movement, pain, and disability during an episode of acute nonspecific low back pain: a pilot clinical trial. Journal of manipulative and physiological therapeutics, 36(8), 497-504

John, M., Einhaus, J., & Graßhoff, T. (2015). Bericht Expertenbefragung: Einsatzmöglichkeiten medizinischer Assisstenzsysteme in der Prävention, Rehabilitation und Nachsorge.

Moon, H. J., Choi, K. H., Kim, D. H., Kim, H. J., Cho, Y. K., Lee, K. H., . . . Choi, Y. J. (2013). Effect of lumbar stabilization and dynamic lumbar strengthening exercises in patients with chronic low back pain. Annals of rehabilitation me

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